Mit einem feierlichen Gottesdienst, bewegenden Begegnungen, Musik, Familienaktionen und vielen hundert Gästen haben das Diakoniewerk Neuss-Süd e.V. und das Seniorenzentrum Heinrich-Grüber-Haus am Sonntag ihr großes Doppeljubiläum gefeiert. Anlass waren 60 Jahre Diakoniewerk Neuss-Süd e.V. und 50 Jahre Heinrich-Grüber-Haus – zwei Meilensteine, auf die am 5. Juli gemeinsam mit dem Stadtteil und der gesamten Region zurückgeblickt wurden.
Was vor sechs Jahrzehnten mit einer Vision begann, ist heute ein fester Bestandteil des sozialen Lebens im Rhein-Kreis Neuss. Seit der Gründung des Diakoniewerks im Jahr 1966 und der Eröffnung des Heinrich-Grüber-Hauses im Jahr 1976 begleiten, unterstützen und stärken die Einrichtungen Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen – von Kindern und Familien über Seniorinnen und Senioren bis hin zu Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen.
Bewegender Auftakt in der Auferstehungskirche
Der Jubiläumstag begann mit einem festlichen Gottesdienst in der Auferstehungskirche Weckhoven unter dem Motto „Schön, dass du da bist“. Zahlreiche Gäste aus dem Stadtteil und der Region waren der Einladung gefolgt: Vereinsmitglieder, Mitarbeitende aus den Bereichen Kita, OGS und Pflege, Bewohnerinnen und Bewohner des Heinrich-Grüber-Hauses, Angehörige, Kooperationspartner sowie viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter des Werkes.
Ausgerichtet wurde der Gottesdienst von Pfarrer Dirk Thamm, der die Gäste mit einer ebenso persönlichen wie inspirierenden Botschaft durch den Vormittag führte. Im Mittelpunkt standen Gemeinschaft, Wertschätzung und die Menschen, die das Diakoniewerk seit sechs Jahrzehnten tragen. Für den musikalischen Rahmen sorgten der Kinderchor sowie der Posaunenchor der Kirchengemeinde Neuss-Süd. Besonders bewegend waren die persönlichen Beiträge von Mitarbeitenden aus den verschiedenen Arbeitsbereichen des Diakoniewerkes. Sie erzählten von Begegnungen, besonderen Momenten und Erfahrungen, die ihren beruflichen Alltag prägen. Nicht nur dadurch wurde im Laufe des Festgottesdienstes immer wieder deutlich, dass hinter sechs Jahrzehnten erfolgreicher Trägerarbeit und fünf Jahrzehnten gelebter Pflege vor allem die Menschen stehen, die sich täglich für andere engagieren. Entsprechend fand Vorstand Rainer Küpper den Gästen gegenüber die passenden Worte:
„Unser Dank gilt allen Menschen und Institutionen, die unser Werk unterstützen, dem Aufsichtsrat, den persönlichen Mitgliedern, die den Weg des Vereins seit Jahrzehnten engagiert begleiten und ebnen. Doch mein tiefster Dank wird unseren Teams in den Einrichtungen verordnet. Ihr an der Basis seid unser Gesicht, ihr an der Basis seid das überlebenswichtige Herzschlagzentrum dieses Werk. Schön, dass ihr da seid."
Mit Blick auf die Entwicklung des Diakoniewerkes von den Anfängen bis heute schlug Küpper anschließend den Bogen zur Geschichte des Werkes: „Was diese Pioniere damals säten, ist heute ein weitverzweigter Baum. Vom Kleinkind bis zum Senior – das Diakoniewerk Neuss-Süd spannt einen Bogen über die Generationen."
Wie treffend dieses Bild ist, wurde nur wenig später deutlich, als mit Manfred Olechnowitz einer der Mitgründer des Diakoniewerkes selbst das Wort ergriff. Mit sichtlichem Stolz blickte er gemeinsam mit den Gästen auf die Gründungszeit zurück und schilderte die Entstehungsgeschichte des Werkes aus erster Hand: „Und dann saß der Pfarrer Arthur Platz 1966 vor mir und sagte 'Eigentlich wird in der Stadt Neuss noch viel zu wenig für ältere Menschen getan.' Da saßen nur zwei Menschen zusammen, die beide das kleine Wörtchen 'man' nie gesagt haben, sondern immer ‚ich‘ oder ‚wir‘ müssen das ändern. Und da saßen zwei, die haben gesagt 'wir werden das schaffen, dass wir hier in Neuss etwas erreichen für die älteren Menschen'. Und so haben die zwei dann angefangen."
Den Erinnerungen an die Gründungszeit folgten alle Gäste mit Staunen. Als Olechnowitz seine Ausführungen beendete, wurde deutlich, wie eng sein persönlicher Lebensweg mit der Geschichte des Diakoniewerkes verbunden ist. Kaum verwunderlich, dass ihn die Rückschau beim Schlusswort zu Tränen rührte.
Auch der stellvertretende Landrat Udo Bartsch sowie der stellvertretende Bürgermeister Dr. Jörg Geerlings waren zu Gast und würdigten in ihren Grußworten die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Diakoniewerk Neuss-Süd und dankten den Mitarbeitenden für ihren Einsatz für die Menschen in der Region.
Ein Stadtteil feiert gemeinsam
Ab 12 Uhr verlagerte sich das Geschehen auf das Gelände rund um die Gohrer Straße 34. Dort erwartete die Besucherinnen und Besucher ein offenes Jubiläumsfest für die ganze Familie. Mitarbeitende aus allen Bereichen des Diakoniewerkes – von den Kindertageseinrichtungen über die Offenen Ganztagsschulen bis hin zu Pflege und Verwaltung – hatten das Fest mit großem Engagement vorbereitet und gestaltet.
Rund um das Kurt-Burckhardt-Haus boten zahlreiche Aktionsstände Unterhaltung und Kreativangebote für Kinder. Ob Pferderennspiel, Kinderschminken, Button- und Armbandwerkstatt, oder Glitzerstationen – überall wurde gelacht, gebastelt und gemeinsam erlebt. Frische Waffeln und Popcorn sorgten zusätzlich für Kirmesstimmung.
Auch das Heinrich-Grüber-Haus selbst öffnete seine Türen. Hausführungen ermöglichten interessierten Gästen Einblicke in das Seniorenzentrum sowie in die Tagespflege des Kurt-Burckhardt-Hauses. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, die Einrichtungen kennenzulernen und mit Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen.
Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt: Vom Foodtruck über Grill- und Snackangebote bis hin zum großen Kuchenbuffet fanden Gäste jeden Alters etwas nach ihrem Geschmack.
Musikalisch wurde das Jubiläumsfest von mehreren Live-Acts begleitet. Das Bundesfanfarencorps St. Paulus Neuss-Weckhoven sorgte für einen schwungvollen Auftakt und begeisterte mit traditionellen Klängen. Später übernahm die Coverband SOUL ITERATION die Bühne und brachte mit bekannten Soul- und Funkklassikern die Besucherinnen und Besucher zum Mitsingen und Tanzen. Für viele Kolleginnen und Kollegen hielt der Auftritt eine besondere Überraschung bereit: Saxophonist war Roland Heinritz, Einrichtungsleiter des Heinrich-Grüber-Hauses. Gemeinsam mit seinen Bandkollegen sorgte er für beste Stimmung.
Gemeinsam in die Zukunft
Das Doppeljubiläum war weit mehr als eine Feier vergangener Jahrzehnte. Jung und Alt, langjährige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, Nachbarn, Familien und Mitarbeitende kamen zusammen, um Geschichte zu würdigen und gleichzeitig den Blick nach vorne zu richten. Nach 60 Jahren Diakoniewerk und 50 Jahren Heinrich-Grüber-Haus bleibt die gemeinsame Aufgabe dieselbe wie zu Beginn: Menschen zu begleiten, Teilhabe zu ermöglichen und Gemeinschaft zu stärken.
Das Jubiläum unter Mitwirkung aller Teams zeigt, dass diese Idee bis heute lebendig ist – und auch in Zukunft Bestand haben wird. Denn soziale Arbeit lebt vor allem von einem starken Miteinander. Oder, wie es das Motto des Jubiläumsgottesdienstes eben treffend formulierte, von dem: „Schön, dass du da bist.“































































